Vision “FC Rebland” soll Fußball-Zukunft im Rebland sichern

Vision "FC Rebland" (2026)

Ein Hauch von Aufbruchstimmung lag am vergangenen Samstagabend in der Stadthalle Steinbach in der Luft, als die beiden traditionsreichen Fußballvereine FC Neuweier und FC Varnhalt ihre Vision einer Fusion vorstellten. Ziel der Überlegungen unter dem Arbeitstitel „Vision FC Rebland“ ist ein gemeinsamer Verein, der die Zukunft des Fußballs im Rebland nachhaltig sichern und die Region sportlich stärken soll.

Die gut besuchte Informationsveranstaltung bot einen tiefen Einblick in die Überlegungen und Beweggründe hinter der Vision. Neben zahlreichen Mitgliedern und interessierten Bürgern aus dem Rebland, konnten die beiden Vereine auch namhafte Gäste aus Politik und Sport begrüßen. Der Baden-Badener Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer, Rebland-Ortsvorsteher Maximilian Arnold, der Vorsitzende des Baden-Badener Sportausschusses Armin Zeitvogel, der Schulleiter der Sportschule Steinbach Christian Reinschmidt sowie einige Rebland-Ortschaftsräte unterstrichen mit ihrer Anwesenheit die Wichtigkeit des Projekts und die positive Außenwirkung, die eine Fusion für das Rebland haben könnte.

Impressionen von der Informationsveranstaltung zur Vision "FC Rebland" am 17.01.2026

Bürgermeister Dr. Krammerbauer richtete Grußworte der Stadt aus und signalisierte seine grundsätzliche Unterstützung für die kooperativen Bestrebungen der Vereine. Allerdings stellte er klar, dass aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt keine finanzielle Unterstützung zugesagt werden könne.

In der einstündigen Präsentation stellten die Vorstandschaften der beiden Vereine die Frage „Warum eine Fusion?“ in den Mittelpunkt und erläuterten die Hintergründe ihrer Überlegungen. Die Vereinsführungen haben bei regelmäßigen Austauschen in den vergangenen zweieinhalb Jahren die Situation der beiden Vereine analysiert, Erfahrungsberichte von anderen Vereinszusammenschlüssen eingeholt und die Eckpfeiler der Vision ausgearbeitet. Dabei sei auch klar geworden, dass bei beiden Vereinen Tradition und Wandel in der Vereinsgeschichte schon immer eng beisammen lagen.

Hintergründe der Vision
Die sich wandelnden Rahmenbedingungen, denen sich beide Vereine in den letzten Jahren gegenübersehen, machen es aus Sicht der Vorstände notwendig, Kräfte zu bündeln, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern. Dazu zählen der demografische Wandel, das geänderte Freizeitverhalten in der Gesellschaft und vor allem die Krise des Ehrenamts, welche die bisherigen Strukturen der Einzelvereine zunehmend vor Probleme stellt. Erschwerend kommt hinzu, dass in den kommenden Jahren aufgrund fehlenden Nachwuchses, insbesondere in den älteren Jugendmannschaften, kaum eigene Spieler aus dem Jugend- in den Seniorenbereich übergehen werden. Dies stellt mittelfristig auch den Spielbetrieb der aktiven Herrenmannschaften vor Herausforderungen. Besonders die zunehmenden administrativen und infrastrukturellen Belastungen, die durch sinkende Mitgliederzahlen auf immer weniger Schultern verteilt werden, erfordern schnelles Handeln. Auch die Altersstruktur der beiden Vereine, mit einer hohen Zahl an Mitgliedern über 60 Jahren, zeigt, dass auch in Zukunft eine Mitgliederabnahme in der bis dato stärksten Altersgruppe zu erwarten ist.

Fusion als Chance für die beiden Vereine und die Gemeinschaft im Rebland
Die Fusion soll jedoch nicht nur dem sportlichen Erfolg dienen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Stärkung der Gemeinschaft im Rebland leisten. „Wir müssen die Kräfte bündeln, um die Jugendarbeit zukunftsfähig aufzustellen und dem Nachwuchs eine langfristige Perspektive zu bieten“, erklärten die Vorstände auf der Veranstaltung. Ziel sei es, Ressourcen und Kompetenzen zusammenzuführen, um sportlich und organisatorisch für die Zukunft gerüstet zu sein.

Langjährige Zusammenarbeit als starke Basis für die Fusion
Trotz früherer Rivalitäten, die nicht nur in den Derbys ausgetragen wurden, heute jedoch längst der Vergangenheit angehören, verbinden die Vereine heute eine lange und erfolgreiche Kooperation: Der FC Varnhalt (gegründet 1931) und der FC Neuweier (gegründet 1957) betreiben seit knapp 20 Jahren eine Spielgemeinschaft im Jugendbereich. Zusätzlich haben sich die „Alten Herren“ vor knapp zwei Jahren zusammengeschlossen und sind in diesem Jahr bei den offenen AH-Stadtmeisterschaften erstmals als SG Rebland angetreten. Nun soll diese Zusammenarbeit durch die Fusion zu einem gemeinsamen Verein weiter intensiviert werden und eine gemeinsame Identität entwickelt werden. Der Arbeitsname und mögliche zukünftige Vereinsname „FC Rebland“ soll dabei nicht nur diese gemeinsame Identität, sondern auch die Verbundenheit mit der Region unterstreichen. Die Pläne sehen vor, durch die Fusion eine breitere Basis für den sportlichen Erfolg zu schaffen und die Attraktivität für Spieler aller Altersklassen zu erhöhen. Damit soll auch ein starkes Zeichen für den Standort und die Entwicklung des Fußballs im Rebland gesetzt werden.

Impressionen von der Informationsveranstaltung zur Vision "FC Rebland" am 17.01.2026

Die Entscheidung liegt bei den Mitgliedern
Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Betont wurde, dass es sich bislang um eine Idee und keine beschlossene Sache handele. Eine endgültige Entscheidung über die Fusion werde es nur im Einvernehmen mit den Mitgliedern beider Vereine geben. „Der Weg zum gemeinsamen Verein wird lang und demokratisch sein“, so Vincenz Wienk-Borgert, Vorstand „Verwaltung“ des FC Neuweier. „Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, ist uns allen bewusst. Umso wichtiger ist es für uns, für eine größtmögliche Akzeptanz und Verständnis zu werben“.

Die Vision sei nur in der Gemeinschaft und mit der Unterstützung aus den eigenen Reihen zu realisieren. Im Sommer solle es in den Mitgliederversammlungen der Vereine zu einer ersten Grundsatzentscheidung kommen. Die Mitglieder werden dabei abstimmen, ob die Vorstände den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und die „Vision FC Rebland“ konkret ausarbeiten sollen. „Unsere Vereine leben von familiären Führungsstrukturen, was uns auch besonders macht“, erklären die Vorsitzenden der Fußballclubs. „Ohne die Zustimmung und Unterstützung unserer Mitglieder ist dieses immense Projekt nicht möglich und steht unseren Idealen entgegen“.

Absolute Transparenz, offene Kommunikation sowie die aktive Involvierung der Mitglieder seien für beide Führungsriegen ein Muss und Grundvoraussetzung zur Erreichung des gemeinsamen Ziels. Eine finale Abstimmung über die Fusion sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar; es wird vermutlich noch einige Jahre dauern.

Mit dieser öffentlichen Informationsveranstaltung wurde der Startschuss für eine breite Debatte gegeben. Die Verantwortlichen laden alle Mitglieder ein, sich aktiv an der Zukunftsgestaltung zu beteiligen. Feedback kann jederzeit auch per E-Mail an info[at]fcvarnhalt.de oder vorstand[at]fc-neuweier.de gesendet werden. Nur gemeinsam können die Weichen für eine neue Ära des Fußballs im Rebland gestellt werden.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern unserer Informationsveranstaltung für das Interesse und insbesondere für die Fragen, Anregungen, das Feedback und gleichermaßen auch für die geäußerten Bedenken. Genau so stellen wir uns den gemeinsamen Dialog bei der Ausgestaltung der Vision vor.

 

Präsentation hier abrufen: Download